Tröpfeln – Sinn und Zweck noch gegeben?

Tröpfeln – ein Bereich des Dampfens mit dem ich mich erst seit relativ kurzer Zeit befasse.

Natürlich habe ich mir bei jedem Verdampfer der mich interessierte auch – sofern verfügbar – Erfahrungsberichte gelesen bzw. mir Videos dazu angeschaut. So habe ich mich über die verschiedenen Wickelmethoden, Drähte und Trägermaterialien informiert. Watte war und ist mein Favorit als Trägermaterial.

Watte scheint auch bei den Dampferkollegen, die Berichte schreiben oder Videos dazu machen sehr beliebt zu sein. Aufgefallen ist mir in den Berichten, das die Tiefe der Basis ein allem Anschein nach wichtiger Kritikpunkt für die Bewertung eines Verdampfers ist. Eine Verdampferbasis mit großer Tiefe hat natürlich mehr Platz für die Watte und somit einen größeren Liquidspeicher.

Aber ist das wirklich der Sinn beim Tröpfeln?

Ich blicke mal zurück auf meine Anfangszeit des dampfens. Im Januar 2010 hörte ich das erste mal von der eZigarette. Nachdem ich mich kurz damit beschäftigt habe, zog auch gleich die erste bei mir ein. Es war eine 510er. Die Marke weiß ich Heute nicht mehr. 510, 901 und 801 waren damals die gängigen und so gut wie einzigen Verdampfertypen. Das Mundstück war gleichzeitig das Depot für das Liquid. Im Mundstück war – welch Wunder – Watte. Welche Watte die Hersteller da verwendet hatten, ist mir nicht bekannt. Da man aber nicht alle paar Tage oder Wochen das ganze Depot entsorgen wollte, suchte man Alternativen. Aquariumswatte war das maß der Dinge – anfänglich. Auch der Filterschwamm aus einem Aquarium war geeignetes Material. Muji, Ko Gen Doo, oder Fiber Freaks, gab es noch nicht. Mein nächster Verdampfer war ein Selbstwickler. Ein Bulli A1. Auch hier war der Liquidträger im Depot – Watte.

Der Tenor war allerdings fast einstimmig. Watte gibt beim Dampfen einen Beigeschmack. Groß war der Jubel, als der erste Tankverdampfer auf den Markt kam. Endlich ….. keine Watte mehr.

Dabei wurde damals schon fleißig getröpfelt. Der 510er Verdampfer eignete sich ganz besonders. Man tröpfelte direkt auf die Wendel des Verdampfers und nutze das Mundstück eben ohne die Watte. Auch hier ein deutlicher Tenor – Das ist Liquid im Reingeschmack.

Wann dann zwischen den ganzen Entwicklungen im Dampferbereich der erste Tröpfler in seiner derzeitigen Form aufkam, kann ich nicht sagen, weil ich ja wie oben schon geschrieben mich erst seit kurzem damit befasse. War da vielleicht noch Glasfaser oder Silicatschnur die bevorzugte Wahl des Trägermaterials? Und wann kam die Watte beim tröpfeln wieder „In Mode“?

Besser aber vielleicht gefragt, warum? Denn damals waren wir froh die Watte verbannt zu haben und Heute findet sich Watte sogar wieder in einigen Fertigverdampfern. Nicht als Depotmaterial, aber als Ersatz für die Schnur in der Heizwendel.,

OK, hier haben wir schon mal einen Unterschied, Heizwendel anstatt Depot. Der nächste ist vielleicht, das Heute Muji und Co die bevorzugten Wattearten sind. Vielleicht, denn wissen wir, was Joyeteck und andere damals verwendet haben? Vielleicht war es ja auch schon Muji, nur eben uns nicht bekannt.

Wie kam ich jetzt überhaupt auf den Gedanken darüber zu Philosophieren? Ganz einfach – Minz/Menthol, Geschmacksrichtungen  die ich ebenfalls erst kürzlich für mich entdeckt hatte. Hier stellte ich fest, dass der Geschmack relativ schnell wieder „verfliegt“!

So überlegte ich mir, ob es wirklich Sinn macht, möglichst viel Watte beim tröpfeln zu benutzen, wenn man eh schnell wieder nach tröpfeln muss, da der Geschmack schwächer wird.

Dabei stellte ich mir die Frage, wie lange möchte man denn überhaupt den Tröpfler „an einem Stück“ nutzen, bevor man ihn wieder wegstellt? 2-3 Züge oder vielleicht so lange bis sein Gegenüber fertig ist mit seiner Zigarette? Diese „Zigarettenlänge“ finde ich persönlich ein gutes Mittelmaß.

Also ging ich versuchsweise dazu über, den Watteanteil möglichst gering zu halten.

Im folgenden Bild seht ihr den Plume Veil so bestückt.

Tröpfeln

Also doch Watte? Ja, für mich auf jeden jedenfalls. Ich hatte auch einen VD mit Silicatschnur bestückt, aber irgendwie gefiel mir das nicht so recht.

Wenig Watte aber. Eine Idealere Lösung wäre sicherlich eine Wicklung wo der Draht schon den Liquidspeicher bereitstellt. Die Clapton Coil wäre da vielleicht schon geeignet.

Zumindest Verdampfer in denen ich Minz/Menthol oder Minz/Menthol Gemische dampfe, werde ich mit wenig Watte bestücken. Bei anderen Liquids je nach Lust und Laune.

Tröpfeln ist eine schöne Art des dampfens. Machen wir sie uns so, wie es uns am besten gefällt.

In welchem Verdampfer es großen Sinn macht mit wenig Trägermaterial zu wickeln, seht ihr in einem Beitrag der diese Tage noch folgt.

 
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Kommentare

Tröpfeln – Sinn und Zweck noch gegeben? — 5 Kommentare

  1. Pingback: ehPro Tyr RDA - herkus Tröpflertagebuch

  2. Hallo Herkules,
    sehr schöner Bericht über das Tröpfeln. Ich denke tröpfeln ist prima geeignet für genussvolles und gemütliches Dampfen, wobei die Tröpfler mittlerweile ja auch durchaus für sportliches Dampfen verwendet werden. Daher hat die Tröpfelei nach wie vor seine Berechtigung in der Dampferwelt.
    Es ist halt für jeden etwas dabei :-)
    Dein Bericht bekommt von mir hierfür eine Empfehlung zum 36. DampfDiDay.
    Liebe Grüße
    Katrin

  3. Interessant, da ich Minz/Menthol schon lange nicht mehr dampfe, ist mir dieser Aspekt noch gar nicht in den Sinn gekommen.
    Ich tröpfle, weil es bei meinen Geräten schneller geht und ich so eher keine Siff-Probleme habe.

    Watte verwende ich, weil sie schneller gewechselt werden kann. Glasfaser/Silikat nutze ich nur für die Zuleitung, weil diese Faser eine ziemlich gleichbleibende Figur abgibt und weniger in sich zusammen fällt.

    Herku, vielleicht sollte ich, nach Deinem Hinweis übers Verflüchtigen, doch nochmal einen Test mit Menthol oder Minze unternehmen.

    Aufmerksam wurde ich auf diesen Artikel durch Katrins Empfehlung zum 36. #DampfDiDay.

    Likodablogrü Kurbelursel

    • Hallo Ursel
      Derzeit nutze ich fast überwiegend Liquids mit Menthol/Minz Anteil. Allerdings mittlerweile nicht nur im Tröpfler, sondern auch in den Tankverdampfern die ich unterwegs mit habe. Merkwürdig, früher habe ich so gut wie ausschließlich Tabakaromen gedampft. Ja, mach ruhig noch mal den Versuch, ma schauen, was Du dann sagst.

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